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Alternativen zum Bargeld?


Der digitale Euro kommt

Die Überschriften lauten "die EZB prüft", "die EZB arbeitet an" und "der digitale Euro kommt" und zwar im nächsten Jahr. Und alle (Banken und die EZB) versichern, dass damit keine Abschaffung des Bargelds beabsichtigt ist - Bargeldkonten werden nur teurer werden. Dazu ist der Negativzins den die Geschäftsbanken von der EZB aufgedrückt bekommen und langsam an ihre Kunden weitergeben, ein erster Schritt.

Warum will die EZB einen digitalen Euro?
  • weil China es auch schon macht,
  • weil sonst nur PayPal, Visa, Libra, u.a. an den privaten internationalen Geldtransfers verdienen,
  • weil man "anarchischen Digitalwährungen", wie Bitcoin u.a., Konkurrenz machen möchte,
  • und dann sind da noch die üblichen Totschlag-Argumente
  • wirtschaftliche und finanzielle Transaktionen sollen effizienter und kostengünstiger werden,
  • die Geschwindigkeit von Transaktionen würde wachsen (statt Stunden dann nur Millisekunden),
  • die Sicherheit der Einlagen wäre bei der EZB höher als bei "ominösen privaten oder fremdstaatlichen Anbietern".
Was können negative Folgen sein?

Darüber ist in den unten angegebenen Artikeln einiges zu erahnen, die wirklichen Probleme, die entstehen können, werden momentan wohl bestenfalls nur BWL Master Studenten in ihren Arbeiten untersuchen können. Die "Ahnungen" deuten schon mal an, wo die Probleme liegen können
  • Eine Pleite von vielen Banken ist zu befürchten, wenn Anleger ihr Geld dort abziehen im Tausch gegen E-Euro bei der EZB.
  • Das würde in jedem Fall zu einer Konzentration auf wenige überlebende Banken und für die Wirtschaft zu Problemen bei Krediten führen.
  • Es würde der EZB noch leichter fallen die Höhe der Negativzinsen für (alle) Einlagen festzulegen/zu erhöhen.
  • Die Schnelligkeit des E-Euro könnte (nicht nur) in Krisenzeiten zu einem dramatischen elektronischen Bank-Run innerhalb von Minuten bis Stunden führen, die normale Banken in die Zahlungsunfähigkeit stürzen würde.
  • Die Nutzung eines E-Euro mit einer geringeren Anonymität als das Verwenden von Bargeld gefährdet die Privatsphäre aller.
  • Wird für den digitalen Euro, wie bei Bitcoin, die Blockchain-Technologie genutzt, also eine Kette von Datenblöcken, die mit jeder Transaktion länger wird, dann könnte jeder digitale Euro sogar exakt einem Besitzer zugeordnet werden. Anonyme E-Euro Konten wird die EZB sicher nicht anbieten ...
Klar ist uns geworden, dass ein gefährlicher Weg eingeschlagen wird, der der EZB zu einem gewissen Grad von "außen" aufgezwungen wird (PayPal, Libra, ...). Allerdings gäbe es auch staatliche Möglichkeiten gegen diese Konkurrenz durch Gesetze und Steuern vorzugehen. Zu befürchten ist, dass die EZB den E-Euro zur Stärkung ihrer eigenen Position einführen wird - und unser aller "Geld" hängt dann am wohl und wehe dieser Institution - wie es real auch schon seit der Abschaffung der Goldbindung des Geldes im Zuge von Bretton Woods (ab 1944) ist.

Wir hatten vor 2 Jahren versucht Möglichkeiten und Risiken von offenen Digitalwährungen, wie Bitcoin, zu diskutieren und sehen darin immer noch eher eine digitale Alternative als einem staatlich gegängeltem System. Allerdings sind die Gefahren für Einlagen in Bitcoin durch Verbote und Einschränkungen durch Staaten immens. So wurde vor einem halben Jahr das Digitalgeld Gram des russischen Anbieter Telegram einfach durch US Gerichte von einem Tag auf den nächsten verboten. Wie wirksam solche US-Verbote weltweit sind haben die illegalen Sanktionen gegen den Iran und gegen das Nord-Stream-2 Projekt kürzlich gezeigt.

Mehr dazu bei https://www.nzz.ch/wirtschaft/ezb-prueft-einfuehrung-eines-e-euro-die-digitalisierung-der-waehrung-birgt-jedoch-gefahren-ld.1580335
und https://www.focus.de/finanzen/boerse/experten/ende-des-bargelds-weg-frei-fuer-hohe-strafzinsen-ezb-plaene-fuer-e-euro-stecken-voller-risiken_id_12525169.html
und unsere Publikation zu digitalen Währungen https://www.aktion-freiheitstattangst.org/de/articles/7132-20200108-diskussion-ueber-chancen-von-cryptowaehrungen.htm
und https://www.aktion-freiheitstattangst.org/de/articles/7419-20201012-alternativen-zum-bargeld.htm

#Bitcoin #Geldsysteme #Banken #Finanzkrise #USA #EU #BRD #Cryptowährungen #E-Euro #Wallets #Transparenz #Informationsfreiheit #Anonymisierung #Verbraucherdatenschutz #Datensicherheit #Ergonomie #Datenpannen #Datenskandale #Bankdaten #Verhaltensänderung #Überwachung
 
Das Internet stellte die Welt des Einzelhandels, der Buchverlage und der Finanzbranche auf den Kopf. Jetzt bricht das nächste Digitalzeitalter an. Es könnte Banken überflüssig machen.
Die virtuelle Währung Bitcoin ist wohl der Anfang einer Revolution. Bitcoin basiert auf der sogenannten Blockchain-Technologie. Sie braucht keine Banken mehr für Geldtransfers, Überweisungen dauern nur Sekundenbruchteile.
Von: TheDokuDude

#TheDokuDude #Einzelhandel #Finanzbranche #Banken #Bitcoin #Blockchain #BlockchainTechnologie #Geldtransfer #Geld #Überweisung #Doku #BlockchainRevolution

https://www.invidio.us/watch?v=mdYRP8gIeeM
 

Welt ohne Banken? - Die Blockchain-Revolution [Doku]

Das Internet stellte die Welt des Einzelhandels, der Buchverlage und der Finanzbranche auf den Kopf. Jetzt bricht das nächste Digitalzeitalter an. Es könnte Banken überflüssig machen.
Die virtuelle Währung Bitcoin ist wohl der Anfang einer Revolution. Bitcoin basiert auf der sogenannten Blockchain-Technologie. Sie braucht keine Banken mehr für Geldtransfers, Überweisungen dauern nur Sekundenbruchteile.
Von: TheDokuDude

#TheDokuDude #Einzelhandel #Finanzbranche #Banken #Bitcoin #Blockchain #BlockchainTechnologie #Geldtransfer #Geld #Überweisung #Doku #BlockchainRevolution

https://www.invidio.us/watch?v=mdYRP8gIeeM
 

Ohne „Bail-out“ droht eine Weltwirtschaftskrise. Mit ihm die Knechtschaft.

  • März 2020 – von Thorsten Polleit
Those who would give up essential liberty, to purchase a little temporary safety, deserve neither liberty nor safety... Benjamin Franklin

Die wachsenden Sorgen vor den Folgen des Corona-Virus (COVID-19) haben weltweit zu einem Nachfrage- und Angebotsschock geführt: Die Güter- und Dienstleistungsnachfrage kollabiert, und weil die internationalen Produktions- und Wertschöpfungsketten ebenfalls ins Stocken geraten, kann auch die bisherige Produktionsleistung nicht mehr aufrechterhalten werden.

Beides zusammen droht die Arbeitsteilung in den einzelnen Ländern und damit auch international vollends zum Stillstand zu bringen. Der Schaden wäre kolossal und bedrohlich. Die fein gegliederte Arbeitsteilung ist der Motor, der den wirtschaftlichen Wohlstand der Weltbevölkerung antreibt. Er lässt sich nicht ungestraft abschalten. Dauert der „Shut down“ an, sind Versorgungsengpässe der Bevölkerung mit lebenswichtigen Gütern unabwendbar.

Vor allem aber das ungedeckte Papiergeldsystem, das man weltweit vorfindet, gerät unter dem Nachfrage- und Produktionseinbruch ins Wanken, und das kann für die Weltwirtschaft letztlich fatale Folgen haben; die Börsen geben bereits einen Vorgeschmack darauf (wie die nachstehende Abbildung zeigt). Ob in den USA, Europa, Asien oder Lateinamerika: Überall operiert man mit ungedeckten Papiergeldsystemen.

Das ungedeckte Papiergeldsystem
In einem ungedeckten Papiergeldsystem weiten die Zentralbanken, in enger Kooperation mit den Geschäftsbanken, die Geldmenge per Kreditvergabe aus. Es handelt sich um ein Geldmengenvermehren aus dem Nichts („ex nihilo“): Neues Geld wird in Umlauf gegeben, das durch keinerlei „echte Ersparnis“ gedeckt ist. Dass solch ein ungedecktes Geldsystem unweigerlich für Krisen sorgt, ist Ökonomen nur zu gut bekannt.

Vor allem kann das Schuldgeldsystem eines nicht vertragen: einen Rückgang der Einkommen, einen Verfall der Güterpreise. Dann nämlich tritt die Überschuldung von Firmen, Haushalten und vor allem der Staaten zutage, fliegt der ganze Papiergeldschwindel auf. Und das ist auch der Grund, warum die Staaten mit ihren Zentralbanken jetzt stärker denn je („All in“) in das Wirtschafts- und Gesellschaftssystem eingreifen.

Die Zinsen werden so weit wie noch möglich gesenkt, um die Schuldenpyramide vor dem Einsturz zu bewahren. Und strauchelnde Staaten und Banken versorgt die Zentralbank bei Bedarf mit unbegrenzten Geldspritzen. Doch anders als noch in der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 steht mittlerweile auch die Privatwirtschaft im Feuer: Firmen und privaten Haushalten droht der Bankrott.

Das Verschuldungsproblem
Viele Unternehmen sind verschuldet, sie müssen daher laufend Zins- und Tilgungszahlungen leisten. Kollabieren Absatz und Gewinn, verdienen sie nichts mehr und geraten in finanzielle Bedrängnis. Werden Firmen zahlungsunfähig, gehen Arbeitsplätze verloren, und der Sturm erreicht damit letztlich auch die privaten Haushalte, die dann ebenfalls kein Geld mehr haben, um ihre Schulden zu bedienen.

Die Banken treten auf die „Kreditbremse“: Sie sind nicht mehr willens oder in der Lage, schwankenden Kreditnehmern Aufschub zu geben, geschweige denn neues Geld zu leihen. Versiegt aber der Zustrom neuer Kredite in die Volkswirtschaft, geraten letztlich alle „Dauerschuldner“ in die Klemme. Sie können ihren Kredit nicht zurückzahlen, bekommen aber auch keine neuen Kredite mehr, die ihre fälligen Kredite ersetzen könnten.
Die Kreditausfälle mehren sich. Das Kreditangebot schrumpft – und verschärft das Pleiteproblem. Banken erleiden Kreditausfälle, die ihr Eigenkapital aufzehren, und sie selbst geraten in Bedrängnis. Der „Kreditboom“, der die Volkswirtschaften angetrieben und den Verschuldungsanreiz angefeuert hat, platzt. Der Boom kippt in einen Bust um.

Banken-„Bail-out“
In Deutschland hat man bereits reagiert, um die Krise zu „meistern“: beispielsweise mit einer Ausweitung des Kurzarbeitergeldes, Steuerstundungen, vor allem aber mit Kreditbürgschaften, die die staatliche KfW in unbegrenzter Höhe bereitstellt. Das heißt, der Staat (also der Steuerzahler) soll im Notfall für Kreditausfälle geradestehen; der Steuerzahler muss also wieder einmal als Kreditausfallversicherer herhalten.

Wenn die Beruhigungspille wirkt, und strauchelnden Schuldner dadurch an neue Bankkredite kommen und die Kreditausfälle gering bleiben, geht die Sache glimpflich aus. Sollte aber das Manöver scheitern, und kommt es zu Zahlungsausfällen, dann wird man viel Geld brauchen. Der Staat wird dann neue Schulden machen müssen, die von der Europäischen Zentralbank (EZB) aufgekauft werden. Dadurch wird neues Zentralbankgeld geschaffen.
Und das neue Geld wird an die Banken gezahlt. In ihren Bilanzen werden Kreditforderungen gegen Guthaben bei der Notenbank getauscht. Man erkennt: Es sind insbesondere die Banken, die durch die staatlichen Garantien geschützt werden. Diese Versicherung bekommen die Banken quasi frei Haus, zusätzlich zu den Sicherheiten, die ihnen die Kreditnehmer bereits gegeben haben, und aus denen sich die Banken bedienen können.

Die Verschuldung steigt
Für Kreditnehmer geht es weniger erfreulich zu. Zwar können Firmen vor der Zahlungsunfähigkeit bewahrt werden, wenn sie dank der Staatsgarantien an neue Kredite kommen. Doch ihre Verschuldung steigt an. Entweder werden die Zins- und Tilgungszahlungen zeitweise ausgesetzt und kapitalisiert – das heißt, sie werden auf den ausstehenden Kreditbetrag aufgeschlagen und sind nachfolgend zu bedienen.

Oder die neuen Kredite werden verwendet, um den Schuldendienst der Altkredite zu bezahlen. An dieser Stelle ist zu bedenken, dass viele Firmen durch die Krise einen dauerhaften Absatzausfall erleiden: Auch wenn sich irgendwann die Güternachfrage wieder normalisieren sollte, wird der entgangene Umsatz nicht aufgeholt. Das Verhältnis zwischen Verschuldung und Ertragskraft verschlechtert sich.

Im Dezember 2019 hatten die deutschen Banken Kreditforderungen in Höhe von mehr als 4.000 Mrd. Euro in ihren Bilanzen. Wenn die Banken eine Kreditbürgschaft vom Staat erhalten, die, sagen wir, 80 Prozent der Kreditforderungen besichert, ließen sich mit den von der KFW angekündigten Garantien von 553 Mrd. Euro Bankkredite in Höhe von gut 690 Mrd. Euro, also knapp 17 Prozent der ausstehenden Bankkredite, besichern.

Im Euroraum insgesamt belaufen sich die ausstehenden Bankkredite auf gewaltige etwa 18.591 Mrd. Euro. Die Euro-Regierungen müssten also, wenn sie dem deutschen Bürgschaftsbeispiel folgen, erhebliche Eventualverbindlichkeiten für ihre Haushalte eingehen. Das wiederum wird ihre Bonitätseinstufung auf den Finanzmärkten absenken – zumal alle Staaten schon jetzt finanziell völlig überdehnt sind.

Hubschraubergeld
Es wäre da nicht verwunderlich, wenn über kurz oder lang die Forderung nach der Ausgabe von Hubschraubergeld laut wird. Die USA scheinen bereits in Vorlage zu gehen: Am 17. März 2020 verkündete US-Finanzminister Steve Mnuchin, die US-Administration wolle den Bürgern Schecks per Post zukommen lassen, 1.000 US-Dollar pro Person. Doch es wird sich wohl formal um eine Steuerrückerstattung handeln, neues Geld wird dafür nicht gedruckt.

Technisch ist es recht einfach, Hubschraubergeld auszugeben: Jeder Kontoinhaber erhält ein „Geldgeschenk“ von der Zentralbank – und kann damit einkaufen gehen oder seine Kreditschulden bedienen. Allerdings ist ein solches willkürliches Ausgeben von neuem Geld politisch schwer kontrollierbar. Die Zentralbank könnte sich vor Geldgeschenkwünschen, die an sie herangetragen würden, gar nicht mehr retten.

Ungeachtet dessen ist Helikoptergeld sehr verführerisch, gerade wenn das Schuldgeldsystem zu kollabieren droht, wenn Rezession-Depression sich ankündigen, und Regierende und Regierte meinen, Güterpreisinflation sei ein Segen und die Politik des „kleinsten Übels“. Unter diesen Bedingungen ist es wahrscheinlich, dass irgendwann in der Tat Hubschraubergeld ausgeteilt wird, um den Konsum zu beleben und Schuldner zu erleichtern.

Allmächtiger Staat
Ob das ungedeckte Papiergeldsystem die aktuelle Krise übersteht, hängt in entscheidendem Maße davon ab, dass sich die Kreditmärkte wieder beruhigen, dass die Investoren Vertrauen fassen, die Kreditgarantien der Staaten werden eine Pleitewelle abwehren. Zweifelsohne hat sich eine bedrohliche Situation für das ungedeckte Geldsystem eingestellt; und die Wahrscheinlichkeit, dass es diesmal schiefgeht, liegt nicht bei null.

Aber ein Zusammenbruch ist nicht zwangsläufig. Die Staaten und ihre Zentralbanken können noch „neue Kaninchen aus dem Zylinder“ zaubern. Beispielsweise lassen sich schwankende Banken rekapitalisieren, indem die Staaten neues Geld, das sie von der EZB bekommen, als Eigenkapital einzahlen; oder sie finanzieren sich mit Hubschraubergeld. Fest steht jedoch eines: Ohne staatliche Eingriffe ist das ungedeckte Geldsystem nicht mehr zu halten.

Und das sollte die Bürger in allergrößte Besorgnis versetzen. Krisen führen regelmäßig einen Machtzuwachs des Staates herbei, das gilt vor allem für Finanz- und Wirtschaftskrisen. Krisenursachen werden nämlich regelmäßig fehl- und umgedeutet: Der freie Markt habe versagt, so wird gesagt, und jetzt könne nur noch der Staat helfen. Und das, obwohl doch der Staat und seine Zentralbank die Hauptübeltäter sind.

Sie sind es, die mit ihrem ungedeckten Papiergeldsystem eine Schuldenwirtschaft in Gang gesetzt haben, die früher oder später in sich zusammenbrechen muss. Der Krisenauslöser ist diesmal die Sorge vor den Folgen des Corona-Virus, und vermutlich ist hier auch sehr bedeutsam, wie rabiat die Staaten in das weltweit Markt- und Gesellschaftssystem eingreifen; wie sie die Gunst der Stunde nutzen und ihre Macht ausweiten.

In die Knechtschaft
Jede deutlicher es zutage tritt, dass das staatliche ungedeckte Geldsystem nicht funktioniert, dass es zu Krisen führt, desto größer scheint die Neigung der Menschen zu werden, die Augen vor eben dieser Wahrheit zu verschließen; und desto hemmungsloser werden kollektivistisch-sozialistische Maßnahmen als „Rettungspolitiken“ umgedeutet, von der breiten Öffentlichkeit begrüßt und für gut geheißen.

Doch jede Krise, für die das ungedeckte Papiergeldsystem sorgt, weitet die Macht der Staaten über das Wirtschafts- und Gesellschaftsleben aus, und eine einmal erfolgte Staatsexpansion wird leider nicht wieder zurückgedreht. Dadurch verstricken sich die Volkswirtschaften durch Krisen und ihre „Bekämpfung“ immer tiefer im Gestrüpp staatsozialistischer Politiken.

Wenn man sich nicht abkehren will vom ungedeckten Papiergeldsystem, dann wird früher oder später alles einem Ziel untergeordnet: den Staat zu stärken, ihn mit immer mehr Befugnissen, mit immer mehr Geld auszustatten; und das heißt, dass die freien Märkte (beziehungsweise was davon noch übrig ist) und damit auch die bürgerlichen und unternehmerischen Freiheiten zusehends ausgeschaltet werden.

Mit Blick auf die aktuellen Ereignisse ist es daher alles andere als übertrieben zu sagen: Ohne „Bail-out“ der Schuldner droht eine Weltwirtschaftskrise. Mit ihm die Knechtschaft.

Thorsten Polleit, Jahrgang 1967, ist seit April 2012 Chefvolkswirt der Degussa. Er ist Honorarprofessor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Bayreuth, Adjunct Scholar am Ludwig von Mises Institute, Auburn, US Alabama, Mitglied im Forschungsnetzwerk „Research On money In The Economy“ (ROME) und Präsident des Ludwig von Mises Institut Deutschland. Er ist Gründungspartner und volkswirtschaftlicher Berater eines Alternative Investment Funds (AIF). Die private Website von Thorsten Polleit ist: www.thorsten-polleit.com.

#Coronavirus #Bankenkrise #Kommunismus #Staat #Wirtschaft #Ökonomie #Gesellschaft #Banken
 

Ohne „Bail-out“ droht eine Weltwirtschaftskrise. Mit ihm die Knechtschaft.

  • März 2020 – von Thorsten Polleit
Those who would give up essential liberty, to purchase a little temporary safety, deserve neither liberty nor safety... Benjamin Franklin

Die wachsenden Sorgen vor den Folgen des Corona-Virus (COVID-19) haben weltweit zu einem Nachfrage- und Angebotsschock geführt: Die Güter- und Dienstleistungsnachfrage kollabiert, und weil die internationalen Produktions- und Wertschöpfungsketten ebenfalls ins Stocken geraten, kann auch die bisherige Produktionsleistung nicht mehr aufrechterhalten werden.

Beides zusammen droht die Arbeitsteilung in den einzelnen Ländern und damit auch international vollends zum Stillstand zu bringen. Der Schaden wäre kolossal und bedrohlich. Die fein gegliederte Arbeitsteilung ist der Motor, der den wirtschaftlichen Wohlstand der Weltbevölkerung antreibt. Er lässt sich nicht ungestraft abschalten. Dauert der „Shut down“ an, sind Versorgungsengpässe der Bevölkerung mit lebenswichtigen Gütern unabwendbar.

Vor allem aber das ungedeckte Papiergeldsystem, das man weltweit vorfindet, gerät unter dem Nachfrage- und Produktionseinbruch ins Wanken, und das kann für die Weltwirtschaft letztlich fatale Folgen haben; die Börsen geben bereits einen Vorgeschmack darauf (wie die nachstehende Abbildung zeigt). Ob in den USA, Europa, Asien oder Lateinamerika: Überall operiert man mit ungedeckten Papiergeldsystemen.

Das ungedeckte Papiergeldsystem
In einem ungedeckten Papiergeldsystem weiten die Zentralbanken, in enger Kooperation mit den Geschäftsbanken, die Geldmenge per Kreditvergabe aus. Es handelt sich um ein Geldmengenvermehren aus dem Nichts („ex nihilo“): Neues Geld wird in Umlauf gegeben, das durch keinerlei „echte Ersparnis“ gedeckt ist. Dass solch ein ungedecktes Geldsystem unweigerlich für Krisen sorgt, ist Ökonomen nur zu gut bekannt.

Vor allem kann das Schuldgeldsystem eines nicht vertragen: einen Rückgang der Einkommen, einen Verfall der Güterpreise. Dann nämlich tritt die Überschuldung von Firmen, Haushalten und vor allem der Staaten zutage, fliegt der ganze Papiergeldschwindel auf. Und das ist auch der Grund, warum die Staaten mit ihren Zentralbanken jetzt stärker denn je („All in“) in das Wirtschafts- und Gesellschaftssystem eingreifen.

Die Zinsen werden so weit wie noch möglich gesenkt, um die Schuldenpyramide vor dem Einsturz zu bewahren. Und strauchelnde Staaten und Banken versorgt die Zentralbank bei Bedarf mit unbegrenzten Geldspritzen. Doch anders als noch in der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 steht mittlerweile auch die Privatwirtschaft im Feuer: Firmen und privaten Haushalten droht der Bankrott.

Das Verschuldungsproblem
Viele Unternehmen sind verschuldet, sie müssen daher laufend Zins- und Tilgungszahlungen leisten. Kollabieren Absatz und Gewinn, verdienen sie nichts mehr und geraten in finanzielle Bedrängnis. Werden Firmen zahlungsunfähig, gehen Arbeitsplätze verloren, und der Sturm erreicht damit letztlich auch die privaten Haushalte, die dann ebenfalls kein Geld mehr haben, um ihre Schulden zu bedienen.

Die Banken treten auf die „Kreditbremse“: Sie sind nicht mehr willens oder in der Lage, schwankenden Kreditnehmern Aufschub zu geben, geschweige denn neues Geld zu leihen. Versiegt aber der Zustrom neuer Kredite in die Volkswirtschaft, geraten letztlich alle „Dauerschuldner“ in die Klemme. Sie können ihren Kredit nicht zurückzahlen, bekommen aber auch keine neuen Kredite mehr, die ihre fälligen Kredite ersetzen könnten.
Die Kreditausfälle mehren sich. Das Kreditangebot schrumpft – und verschärft das Pleiteproblem. Banken erleiden Kreditausfälle, die ihr Eigenkapital aufzehren, und sie selbst geraten in Bedrängnis. Der „Kreditboom“, der die Volkswirtschaften angetrieben und den Verschuldungsanreiz angefeuert hat, platzt. Der Boom kippt in einen Bust um.

Banken-„Bail-out“
In Deutschland hat man bereits reagiert, um die Krise zu „meistern“: beispielsweise mit einer Ausweitung des Kurzarbeitergeldes, Steuerstundungen, vor allem aber mit Kreditbürgschaften, die die staatliche KfW in unbegrenzter Höhe bereitstellt. Das heißt, der Staat (also der Steuerzahler) soll im Notfall für Kreditausfälle geradestehen; der Steuerzahler muss also wieder einmal als Kreditausfallversicherer herhalten.

Wenn die Beruhigungspille wirkt, und strauchelnden Schuldner dadurch an neue Bankkredite kommen und die Kreditausfälle gering bleiben, geht die Sache glimpflich aus. Sollte aber das Manöver scheitern, und kommt es zu Zahlungsausfällen, dann wird man viel Geld brauchen. Der Staat wird dann neue Schulden machen müssen, die von der Europäischen Zentralbank (EZB) aufgekauft werden. Dadurch wird neues Zentralbankgeld geschaffen.
Und das neue Geld wird an die Banken gezahlt. In ihren Bilanzen werden Kreditforderungen gegen Guthaben bei der Notenbank getauscht. Man erkennt: Es sind insbesondere die Banken, die durch die staatlichen Garantien geschützt werden. Diese Versicherung bekommen die Banken quasi frei Haus, zusätzlich zu den Sicherheiten, die ihnen die Kreditnehmer bereits gegeben haben, und aus denen sich die Banken bedienen können.

Die Verschuldung steigt
Für Kreditnehmer geht es weniger erfreulich zu. Zwar können Firmen vor der Zahlungsunfähigkeit bewahrt werden, wenn sie dank der Staatsgarantien an neue Kredite kommen. Doch ihre Verschuldung steigt an. Entweder werden die Zins- und Tilgungszahlungen zeitweise ausgesetzt und kapitalisiert – das heißt, sie werden auf den ausstehenden Kreditbetrag aufgeschlagen und sind nachfolgend zu bedienen.

Oder die neuen Kredite werden verwendet, um den Schuldendienst der Altkredite zu bezahlen. An dieser Stelle ist zu bedenken, dass viele Firmen durch die Krise einen dauerhaften Absatzausfall erleiden: Auch wenn sich irgendwann die Güternachfrage wieder normalisieren sollte, wird der entgangene Umsatz nicht aufgeholt. Das Verhältnis zwischen Verschuldung und Ertragskraft verschlechtert sich.

Im Dezember 2019 hatten die deutschen Banken Kreditforderungen in Höhe von mehr als 4.000 Mrd. Euro in ihren Bilanzen. Wenn die Banken eine Kreditbürgschaft vom Staat erhalten, die, sagen wir, 80 Prozent der Kreditforderungen besichert, ließen sich mit den von der KFW angekündigten Garantien von 553 Mrd. Euro Bankkredite in Höhe von gut 690 Mrd. Euro, also knapp 17 Prozent der ausstehenden Bankkredite, besichern.

Im Euroraum insgesamt belaufen sich die ausstehenden Bankkredite auf gewaltige etwa 18.591 Mrd. Euro. Die Euro-Regierungen müssten also, wenn sie dem deutschen Bürgschaftsbeispiel folgen, erhebliche Eventualverbindlichkeiten für ihre Haushalte eingehen. Das wiederum wird ihre Bonitätseinstufung auf den Finanzmärkten absenken – zumal alle Staaten schon jetzt finanziell völlig überdehnt sind.

Hubschraubergeld
Es wäre da nicht verwunderlich, wenn über kurz oder lang die Forderung nach der Ausgabe von Hubschraubergeld laut wird. Die USA scheinen bereits in Vorlage zu gehen: Am 17. März 2020 verkündete US-Finanzminister Steve Mnuchin, die US-Administration wolle den Bürgern Schecks per Post zukommen lassen, 1.000 US-Dollar pro Person. Doch es wird sich wohl formal um eine Steuerrückerstattung handeln, neues Geld wird dafür nicht gedruckt.

Technisch ist es recht einfach, Hubschraubergeld auszugeben: Jeder Kontoinhaber erhält ein „Geldgeschenk“ von der Zentralbank – und kann damit einkaufen gehen oder seine Kreditschulden bedienen. Allerdings ist ein solches willkürliches Ausgeben von neuem Geld politisch schwer kontrollierbar. Die Zentralbank könnte sich vor Geldgeschenkwünschen, die an sie herangetragen würden, gar nicht mehr retten.

Ungeachtet dessen ist Helikoptergeld sehr verführerisch, gerade wenn das Schuldgeldsystem zu kollabieren droht, wenn Rezession-Depression sich ankündigen, und Regierende und Regierte meinen, Güterpreisinflation sei ein Segen und die Politik des „kleinsten Übels“. Unter diesen Bedingungen ist es wahrscheinlich, dass irgendwann in der Tat Hubschraubergeld ausgeteilt wird, um den Konsum zu beleben und Schuldner zu erleichtern.

Allmächtiger Staat
Ob das ungedeckte Papiergeldsystem die aktuelle Krise übersteht, hängt in entscheidendem Maße davon ab, dass sich die Kreditmärkte wieder beruhigen, dass die Investoren Vertrauen fassen, die Kreditgarantien der Staaten werden eine Pleitewelle abwehren. Zweifelsohne hat sich eine bedrohliche Situation für das ungedeckte Geldsystem eingestellt; und die Wahrscheinlichkeit, dass es diesmal schiefgeht, liegt nicht bei null.

Aber ein Zusammenbruch ist nicht zwangsläufig. Die Staaten und ihre Zentralbanken können noch „neue Kaninchen aus dem Zylinder“ zaubern. Beispielsweise lassen sich schwankende Banken rekapitalisieren, indem die Staaten neues Geld, das sie von der EZB bekommen, als Eigenkapital einzahlen; oder sie finanzieren sich mit Hubschraubergeld. Fest steht jedoch eines: Ohne staatliche Eingriffe ist das ungedeckte Geldsystem nicht mehr zu halten.

Und das sollte die Bürger in allergrößte Besorgnis versetzen. Krisen führen regelmäßig einen Machtzuwachs des Staates herbei, das gilt vor allem für Finanz- und Wirtschaftskrisen. Krisenursachen werden nämlich regelmäßig fehl- und umgedeutet: Der freie Markt habe versagt, so wird gesagt, und jetzt könne nur noch der Staat helfen. Und das, obwohl doch der Staat und seine Zentralbank die Hauptübeltäter sind.

Sie sind es, die mit ihrem ungedeckten Papiergeldsystem eine Schuldenwirtschaft in Gang gesetzt haben, die früher oder später in sich zusammenbrechen muss. Der Krisenauslöser ist diesmal die Sorge vor den Folgen des Corona-Virus, und vermutlich ist hier auch sehr bedeutsam, wie rabiat die Staaten in das weltweit Markt- und Gesellschaftssystem eingreifen; wie sie die Gunst der Stunde nutzen und ihre Macht ausweiten.

In die Knechtschaft
Jede deutlicher es zutage tritt, dass das staatliche ungedeckte Geldsystem nicht funktioniert, dass es zu Krisen führt, desto größer scheint die Neigung der Menschen zu werden, die Augen vor eben dieser Wahrheit zu verschließen; und desto hemmungsloser werden kollektivistisch-sozialistische Maßnahmen als „Rettungspolitiken“ umgedeutet, von der breiten Öffentlichkeit begrüßt und für gut geheißen.

Doch jede Krise, für die das ungedeckte Papiergeldsystem sorgt, weitet die Macht der Staaten über das Wirtschafts- und Gesellschaftsleben aus, und eine einmal erfolgte Staatsexpansion wird leider nicht wieder zurückgedreht. Dadurch verstricken sich die Volkswirtschaften durch Krisen und ihre „Bekämpfung“ immer tiefer im Gestrüpp staatsozialistischer Politiken.

Wenn man sich nicht abkehren will vom ungedeckten Papiergeldsystem, dann wird früher oder später alles einem Ziel untergeordnet: den Staat zu stärken, ihn mit immer mehr Befugnissen, mit immer mehr Geld auszustatten; und das heißt, dass die freien Märkte (beziehungsweise was davon noch übrig ist) und damit auch die bürgerlichen und unternehmerischen Freiheiten zusehends ausgeschaltet werden.

Mit Blick auf die aktuellen Ereignisse ist es daher alles andere als übertrieben zu sagen: Ohne „Bail-out“ der Schuldner droht eine Weltwirtschaftskrise. Mit ihm die Knechtschaft.

Thorsten Polleit, Jahrgang 1967, ist seit April 2012 Chefvolkswirt der Degussa. Er ist Honorarprofessor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Bayreuth, Adjunct Scholar am Ludwig von Mises Institute, Auburn, US Alabama, Mitglied im Forschungsnetzwerk „Research On money In The Economy“ (ROME) und Präsident des Ludwig von Mises Institut Deutschland. Er ist Gründungspartner und volkswirtschaftlicher Berater eines Alternative Investment Funds (AIF). Die private Website von Thorsten Polleit ist: www.thorsten-polleit.com.

#Coronavirus #Bankenkrise #Kommunismus #Staat #Wirtschaft #Ökonomie #Gesellschaft #Banken
 
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