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Viele Briefe gegen Pläne des Verteidigungsministeriums


Menschen protestieren gegen Drohnenbewaffnung

Nachdem wir zusammen mit verschiedenen Gruppen der Friedensbewegung vor einem Monat vor dem Versuch des Verteidigungsministeriums gewarnt haben, in kleinem und geschlossenen Kreis eine (pseudo-) "Ethische Debatte" zur Bewaffnung von Drohnen durchzuführen, haben viele Menschen an die Abgeordneten des Bundestags geschrieben und ihre Kritik und Abscheu geäußert.

Dafür bedanken wir uns!

Gestern erreichte uns die Nachricht von einem Brief von 90 Bremer Pastorinnen und Pastoren, die sich gegen die Bewaffnung von Drohnen aussprechen.

Erklärung von 90 Bremer Pastorinnen und Pastoren gegen bewaffnete Drohnen
Schreiben an Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer

Vor sieben Jahren wandten sich bereits 71 Bremer Pastorinnen und Pastoren gegen das Vorhaben, in die Bundeswehr „Drohnen als Offensivwaffentechnik“ einzuführen. Inzwischen wird dieser Plan vom Bundesverteidigungsministerium erneut verfolgt. Schon im Juni soll der Bundestag darüber befinden.

Bremer Pastorinnen und Pastoren, inzwischen neunzig“, geben die damalige Erklärung erneut zur Kenntnis. Im Anschreiben an die Ministerin heißt es, dass die Geistlichen es für unverantwortlich halten, „dass auf die im Koalitionsvertrag vereinbarte ‚breite gesellschaftliche Debatte‘ und ‚ausführliche verfassungsrechtliche und ethische Würdigung‘ verzichtet werden soll.“ „Die Corona-Pandemie“, so heißt es im Schreiben weiter, „verlangt viele Verschiebungen“, so auch die Entscheidung in dieser schwerwiegenden Frage.

Sehr geehrte Frau Ministerin Kramp-Karrenbauer,
CC an die Bundestagsabgeordneten aus Bremen und die Mitglieder von Außen- und Verteidigungsausschuss

wir geben Ihnen die nachfolgende Erklärung von 71 Bremer Pastorinnen und Pastoren gegen die Einführung von bewaffneten Drohnen in der Bundeswehr von 2013 zur Kenntnis. Leider hat dieser sieben Jahre alte Protestbrief seine Aktualität nicht verloren.
Weitere 19 Bremer Kolleginnen und Kollegen haben sich jetzt dieser Erklärung angeschlossen.

Wir halten es für unverantwortlich, dass auf die im Koalitionsvertrag vereinbarte „breite gesellschaftliche Debatte“ und „ausführliche, verfassungsrechtliche und ethische Würdigung“ verzichtet werden soll, um über diese schwerwiegende Frage bereits im Juni 2020 im Bundestag abzustimmen. Die Corona-Pandemie verlangt viele Verschiebungen. Über die Einführung von bewaffneten Drohnen kann problemlos zu einem späteren Termin befunden werden.

Mit freundlichen Grüßen
i.V. Hartmut Drewes, Pastor i.R.

Erklärung Bremer Pastorinnen und Pastoren zum beabsichtigten Kauf von Drohnen durch Verteidigungsminister Dr. Thomas de Maizière

Die von Verteidigungsminister Dr. Thomas de Maizière beabsichtigte Einführung von Drohnen als Offensivwaffentechnik bei der Bundeswehr wird von Bremer Pastorinnen und Pastoren schärfstens verurteilt. Diese ferngelenkten mit scharfer Munition bestückten Flugkörper sind völkerrechtlich nicht zulässig, weil sie nicht zwischen Widerstandskämpfern und Zivilpersonen jederzeit und an jedem Ort eindeutig unterscheiden können. Daher führt der Einsatz dieser Waffentechnik, wie mehrfach dokumentiert wurde, zu mehr Ziviltoten und Verwundeten. Zuletzt wurden im Osten Afghanistans Holz sammelnde Frauen und Kinder durch eine amerikanische Drohne getötet

Abgesehen von diesem waffentechnisch systemimmanenten Unterscheidungsmangel unterstützt der Einsatz dieser Waffe eine fortschreitend entmoralisierte, völlig emotionslose Einstellung der Bediener dieser Waffe in diesem Krieg. Eine Cybermentalität wird gesellschaftsfähig gemacht. Das menschliche Leben in den so bekriegten Staaten gerät völlig aus dem Blickfeld der Öffentlichkeit der Kriegstreiberstaaten. Dies ist beabsichtigt, um die geopolitischen Ziele medial möglichst unauffällig und zu dem noch kostengünstig zu erreichen.

Denn wir wissen, dass die am Krieg in Afghanistan beteiligten Staaten eine Automatisierung/Roboterisierung dieses neokolonialistischen Konfliktes deswegen bevorzugen, weil ihre hochverschuldeten volkswirtschaftlichen Verhältnisse eine Verlängerung bzw. unabsehbare Fortsetzung des Krieges sozialpolitisch nicht mehr zulassen. Wir fordern daher die Parteien im Bundestag dazu auf, Herrn de Maizière die Gefolgschaft beim Erwerb der Tötungsmaschinen zu verweigern.

2013 unterzeichnet von 71 Bremer Pastorinnen und Pastoren
April 2020 unterzeichnet von weiteren 19 Bremer Pastorinnen und Pastoren

Wie ist der Stand der Dinge heute?

Noch immer ist die Verteidigungsministerin entschlossen trotz Corona Krise nunmehr Mitte Mai die Ethische Debatte zu beginnen. Sie wird nun zumindest nicht mehr die Kritiker einer Bewaffnung im Verteidigungsausschuss aus dieser Diskussion heraushalten können. Trotzdem geht das Ministerium weiter davon aus, dass diese Debatte bis zum Juni beendet sein soll, damit der (Corona-verkleinerte) Bundestag noch vor der Sommerpause die Mittel für die Anschaffung der Raketen beschließen kann.

Das muss verhindert werden!

Wir brauchen seit 2013 eine breite und öffentliche Ethische Debatte aller gesellschaftlichen Kräfte über die Bewaffung von automatischem Gerät, egal ob zu Lande, in der Luft oder im Wasser und keine Alibi-Veranstaltung!

Ebenso, wie die Anschaffung von 45 F18-Kampfjets für die nukleare Teilhabe der Bundeswehr zum "Ausliefern" der im letzten Herbst modernisierten Atombomben vom Standort Büchel. Die Kosten für alle neuen Kampfflugzeuge, inklusive der US F-18, betragen ca. 11 Milliarden Euro, die in der jetzigen Lage für zivile Projekte notwendiger und sinnvoller angelegt wären.

Schreibt weiter Briefe an eure Abgeordneten, an die entsprechenden Ausschüsse des Bundestags und an das Verteidigungsministerium!

Mehr dazu bei https://www.drohnenkampagne.de
und Musterbriefe gibt es hier https://www.aktion-freiheitstattangst.org/de/articles/7236-20200417-friedensbewegung-mobilisiert-gegen-drohnenbewaffnung.htm
und https://www.aktion-freiheitstattangst.org/de/articles/7248-20200429-viele-briefe-gegen-plaene-des-verteidigungsministeriums.htm

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KIRCHE / THEOLOGEN-WEHRPFLICHT Kanon 121

Einen alten Zopf wähnte FDP-Wehrparlamentarier Fritz Rudolf Schultz erwischt zu haben. Er war darauf gestoßen, daß Geistliche und Theologiestudenten nicht in die Kasernen der Bundeswehr einzurücken brauchen.Während immer mehr junge Bundesbürger sich gegen die Uniform sträuben, drängten jüngst Theologiestudenten der evangelischen Kirche von Hessen und Nassau in Briefen ihre Kirchenleitung, die Bundesregierung und Parteien, ersatzlos die Paragraphen des Wehrpflichtgesetzes zu streichen, die einem Wehrdienst der Theologen im Wege stehen. Denn, so die Bittsteller, die Ausnahme für Pfarrer und Theologiestudenten sei "weder vom Verständnis der Bibel noch aus irgendeinem anderen Grunde gerechtfertigt".

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https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-45702334.html
 
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